Bleikristall

Durch das Zugeben von Bleioxid zum Gemenge erhält man hochlichtbrechende Gläser, die an polierten Schliffflächen ihre volle Wirkung entfalten. Bleikristallgläser sind gekennzeichnet durch hervorragende Verarbeitungseigenschaften, hohe Farbbrillianz und hohes Gewicht.

Ausgangspunkt war England im 17. Jhd. 

Fadenauflagen

Die Verzierungsmethodeen durch Auflegen bzw. Verschmelzen von zähflüssigen Farbglasfäden sind so alt wie die Geschichte der Glasherstellung: man erhält "gesponnene Gläser" durch einfaches Aufwickeln des Fadens, "gerisserne" Dekore durch das anschließende Verziehen der noch glühenden Wicklung.

Flachglas (Floatglas)

Ab dem frühen Mittelalter wurden  handgefertigte Glasscheiben hergestellt, zunächst ausschließlich zur Farbfensterverglasung der Kathedralen. Die aus der Hohlkugel aufgeschleuderten Scheiben (z.B. Butzen) wichen später den größeren, aus dem geöffneten Glaszylinder gebügelten Tafelgläsern. Für die damalige Glasarchitektur zog man das Flachglas zunächst senkrecht aus der Schmelze. Heute wird das Flachglas im kontinuierlichen (endlos) Floatglasverfahren produziert.

Fusingglas

Hier werden vorgefertigte Glasplatten oder -stäbe- in verschieden Farben im kalten Zustand auf die gewünschte Größe und Form zugeschnitten. Die übereinander gelegten Glasteile werden jetzt in einem Glasschmelzofen zu einem Teil zusammengeschmolzen. 

Gemenge

Die Mischung (Vermengung) aller erforderlichen Rohstoffe für die Glasschmelze nennt man Gemenge. Hauptbestandteil ist der Quarzsand. Flussmittel wie Pottasche und Soda verringern die Schmelztemperatur. Kalk wirkt als Stabilisator, Farboxide bestimmen die Farbigkeit.

Geschundenes Glas

In ihren Arbeitspausen war den Glasmachern das Herstellen eigener Glasgegenstände erlaubt (Name von "Schinderei"). Es entstanden hauptsächlich Schnupftabakbüchseln, Weihbrunnkessel, Glastiere und Scherzgefäße.

Glasbläser

...nennt man denjenigen, der das Glas aus vorgefertigten Röhren oder Stäben vor dem Gasbrenner (der Lampe) verarbeitet. Er wird auch Lampenglasbläser oder Apparateglasbläser genannt.

Glasmacher

Er verarbeitet das flüssige Glas mit der Glasmacherpfeife in der Glashütte. Entnommen wird das flüssige Glas aus dem Hafen (topfartiges Behältnis) oder aus der Wanne.

Glasmacherpfeife

Mit der Erfindung der Glasmacherpfeife um Christi Geburt begann die vielseitige Geschichte des Glasblasens. Mit der Spitze des ca. 1,5 m langen Eisenrohrs wird zähflüssiges Glas aufgenommen und zu einer Kugel aufgeblasen. Aus dieser Grundform entstehen durch weitere Arbeitsschritte alle bekannten Hohlglasformen, aber auch historisches Flachglas.

Lampenglas

In der Flamme eines Gasbrenners (früher: Öllampe) werden Glasröhren und- stäbe wiedererhitzt und weiterverarbeitet. So entstehen chemische Apparaturen aber auch Figuren und Ziergefäße. Diese Gläser sind in der Regel leichter und dünnwandiger als Ofengläser.

Pressglas

Durch die mit hohem Druck in Metallnegativformen gepresste Glasschmelze können formidentische Glasartikel von hoher Stückzahl gefertigt werden. Von der Handstielpresse in traditionellen Mundblashütten bis zur vollautomatischen Hohlglaspresse reicht die Verfahrenspalette. Grundlage ist ein sehr aufwendiger und komplizierter Formenbau.

Quarz

Quarz bzw. Kieselsäure ist Grundlage und Hauptbestandteil des üblichen Glases. Sein Gemengenanteil beträgt ca. 70%. Für die Herstellung der Waldgläser wurde der in nahegelegenen Steinbrüchen gewonnene Quarz gemahlen, heute werden reinste Quarzsande von fernen Lagerstätten angeliefert.

Überfangglas

Farblose Gläser, die von einer gleichmäßigen ca. ein bis zwei Millimeter dünnen Farbglasschicht überzogen sind. Erzeugt wird der Überfang heute meist durch das Einblasen des Kölbels (=Glasblase an der Glasmacherpfeife) in ein vorgefertigtes Farbglasschälchen. Das Gravieren oder Schleifen auf so einem Glas erzeugt reizvolle Farbkontraste.

Waldglas

Waldglas nennt man das vom Mittelalter bis ins 18. Jh. in den Waldglashütten vorwiegend aus Quarz und Pottasche (Buchenholzasche) erzeugte Glas. Seine grüne Färbung rührt von Eisenverunreinigungen der Rohstoffe her, hatte seinerzeit aber auch der Mode entsprochen.